Bielefelder Kreisbahnen Weyer-Wagen Nr.11/12
Von vielen unbemerkt wird bzw. wurde durch die Borkumer Inselbahnen zwei historisch wertvolle Weyerwagen aus dem Jahre 1909 in zwei , zwar einsetzbare, aber historisch wertlose Wagen umgebaut. Es handelt sich dabei um die Wagen 101 und 104 der ehemaligen Bielefelder Kreisbahnen . Diese Wagen haben ein runder geformtes Dach und andere Dachenden als die Wagen beim DEV bzw . der Sauerländischen Museumseisenbahn. Es waren die beiden letzten Wagen dieses Typs.
Die Wagen wurden ursprünglich für 1000mm Spur gebaut,für Borkum auf900mm umgespurt und sind 2650mm breit, die Original Borkumer waren aber immer nur 2450mm breit, dadurch war ein gemischter Wagenverband Borkum-Bielefeld im Gegenverkehr auf den zu eng liegenden Gleisen nie möglich.
Die Inselbahn modernisierte ihren Fahrzeugpark und dabei entstanden auch neue Bahnsteige.
Auf Grund ihrer 200mm größeren Breite konnten dadurch die beiden ex Bielefelder nicht mehr eingesetzt werden.
Man kam dann auf die Idee die Aufbauten schmaler zu machen. Im Jahre 2003 wurde der Wagen 104 "umgebaut", 2004 folgte Wagen 101. Den Aufbau trennte man im Dach, an den Stirnwänden und im Boden auseinander und baute das Ganze mit teilweise erheblichen Veränderungen wieder zusammen.
Waren früher die Dachflächen von innen mit Hartfaserpappe verkleidet und weiß lackiert so blickt man heute auf die farblich braun hervorgehobenen Sparren und weiß lackierte Dachbretter.
Die schlimmste "Verbesserung" mussten sich allerdings die Stirnwände gefallen lassen. Hier sägte man rechts und links neben der Tür zwei große Löcher rein und füllte sie jeweils mit Fenstern. Auch der Innenraum wurde der Breite entsprechend "umgestaltet". Standen ehemals zwei Doppelbänke nebeneinander, so wurden auf einer Seite die Sitzbänke ausgebaut und in eine Längsbank entlang der Fenster umgestaltet. Durch die kleinere Breite wirken die Wagen jetzt zu hoch und damit unproportioniert.
Jetzt können die ex "Bielefelder" zwar in den sogenannten "Traditionszug" eingestellt werden, aber mit welchen Mitteln wurde das erkauft.
Zu diesem Verschlimmbessern drängen sich Fragen auf, warum wurden diese Wagen nicht wie die anderen 4 Wagen, um die historische Substanz erhalten ,vorher Museen oder Vereinen angeboten bzw. verkauft. Wie wurde der Umbau finanziert, womöglich noch mit öffentlichen Mitteln? Gab es keine Einwände seitens des Denkmalamtes ?
Selbst Einwände zum Umbau wurden ignoriert.
vor dem Umbau
nach dem Umbau