Modell Lok Nr.1 "Bielefeld" der Bielefelder Kreisbahnen




Bauanleitung

Schon in der "Vorbereitungsphase" gab es einige Schwierigkeiten zu überwinden:
1.Es gibt zwar viele Fotos der Lok, aber zu Baubeginn hatte ich für die Massangaben nur ein Foto der Schwesterlok "Heepen" mit einem Messstab auf Gleishöhe.
Dieses Foto diente dann zur Maßberechnung.
2. Der große Abstand der Vorlaufachse und der große Überhang hinten.
3. Die Treibstange geht auf die mittlere Achse.
4. Finden eines "passenden" Antriebes.
Erst nach dem die Lok komplett fertig war, spürte ein Eisenbahn- kollege die Originalzeichnungen von Borsig im Dresdner Verkehrs- museum auf.
Als Grundlage dient wieder das vordere Drehgestell der Lok 2085, die Vorlaufachse stammt von der "Spreewald".
Zur Überprüfung der errechneten Maße baute ich erst einen Pappaufbau auf das abgespeckte Drehgestell.
Beim Prüfen der Lok auf den verschiedenen LGB-Gleisradien stellte sich heraus, dass nur der 1500 oder der 1600 Radius wegen der Überhänge in Frage kam. Zusätzlich musste der Vorläufer noch 5mm nach vorne gesetzt werden, dadurch wird auch der Rahmen vorne entsprechend länger.
Der Aufbau entstand auf zwei Plattformen. Die untere trägt alle Antriebsteile, Zylinder, Bremsanlage und die Pufferbohlen. Die obere den Kessel, Wasserkästen und das Führerhaus. Nur auf diese Weise ist es später möglich an den Motorblock zu kommen.
Da der Antrieb auf der mittleren Achse erfolgt, müssen die hinteren Räder mit den Mittleren getauscht werden.
Die Zylinder ,die Treibstangen und die Steuerung sind durch Drehen, Fräsen oder Feilen aus Messing entstanden.
Die Bremsklötze wirken von vorn auf die Treibräder, dem entsprechend mussten die vorhandenen Bremsklötze umgebaut, die vorhandenen Löcher geschlossen werden. Die Saugbremszylinder wirken auf einer gemeinsamen Welle, über zwei Umlenkhebel auf der Heizerseite, auf das Bremsgestänge.
Die Aufbauten entstanden aus 0,5 mm Ms-Blech ,halbhart. Die Verbindung erfolgte durch Weichlöten.
Der Kessel ist ein bearbeitetes Messingrohr. Schornstein ,Dampfdom, Pfeife, Glockenhalter und Schalldämpfer entstanden als Drehteile, die Rohre aus unterschiedlich dicken Kupferdrähten.
Fertigteile wie Glocke , Vorreiber, Handräder, Griffe und die Balancierkupplungen sind aus dem Programm der Fa. Regner.
Die Bielefelder Loks hatten statt der üblichen Laternen 2 Lkw-Scheinwerfer als Signal. Da es diese Scheinwerfer nicht zu kaufen gibt, fertigte ich sie auf der Drehbank an . Um die genaue Kontur innen und aussen kontrollieren zu können fertigte ich dafür eine Schablone an . Als Erstes drehte ich dann die Innenseite auf Maß. Um danach die Außenseite bearbeiten zu können lötete ich das Rohteil auf einen Dorn. Das Glas fertigte ich aus 0,8mm Plexiglas. Als Beleuchtung nahm ich 5V Microlämpchen.
Die Fensterscheiben aus Plexiglas "klebte" ich mit Klarlack ein ,dadurch verhindere ich eine Beschädigung der Oberfläche durch überfließenden Kleber.
Nach der Fertigstellung wurden alle Ms-Teile Sandgestrahlt, grundiert und mit Kunstharzlack lackiert.
Als besonders knifflig erwies sich das Anbringen der 1mm breiten Zierstreifen, die gegen Abrieb nochmals mit Klarlack geschützt wurden.
Die Schilder entstanden auf dem Computer und wurden im Siebdruckverfahren auf Messingblech gedruckt.